Rat & Tat
Verhüten - aber richtig ... Bereits in der Antike machte man sich Gedanken darüber, wie ungewollte Schwangerschaften verhindern werden konnten. Spezielle Salben und Substanzen – von Akazienblättern mit Honig bis zur wenig empfehlenswerten und auch hochgiftigen Bleisalbe zu Zeiten des Aristoteles – trugen tatsächlich dazu bei, das Risiko einer Empfängnis zu senken. Die Mittel und Wege von damals muten heute natürlich höchst abenteuerlich an....
Welche Arten der Verhütung gibt es heute?Es existieren mehrere effektive Methoden der Empfängnisverhütung, die sich in erster Linie durch ihre Wirkungsart, aber auch durch ihre Verträglichkeit und Zuverlässigkeit unterscheiden. Letztere wird im sogenannten Pearl-Index festgelegt, der angibt, wie oft statistisch gesehen bei 100 Frauen über den Zeitraum von einem Jahr hinweg trotz Anwendung eines bestimmten Verhütungsmittels eine ungewollte Schwangerschaft eintritt. Ein niedriger Pearl-Index steht also für eine hohe Zuverlässigkeit.
Hormonelle VerhütungDie Empfängnisprävention mit der Antibabypille kommt in westlichen Ländern am häufigsten zur Anwendung und gehört bei 30–35 % aller Frauen zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr praktisch zum Alltag. Speziell die Jüngeren bevorzugen dabei die sogenannte Mikropille, die eine geringere Hormonmenge als frühere Präparate enthält und somit besser vertragen wird. Die Mikropille enthält zwei Hormonarten (Östrogen und Gestagen). Diese verhindern einerseits das Freisetzen von Eizellen und beeinflussen andererseits die Schleimschicht am Gebärmuttereingang. Eine Barriere für die Samenzellen entsteht, und zudem wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut einschränkt, damit sich die Eizelle nicht einnisten kann. Weitere Alternativen der hormonellen Verhütung mit ähnlicher Wirkungsweise sind z.B. die Minipille (nur 1 Hormon, muss jedoch zeitlich exakt eingenommen werden), der Vaginalring (wird selbst in Scheide eingesetzt und bleibt dort für 3 Wochen), das wöchentlich zu wechselnde Verhütungspflaster (Hormonaufnahme über die Haut), die 3-Monatsspritze, die Hormonspirale oder das Hormonimplantat. Im Prinzip gibt es bei möglichen Wechselwirkungen nur eine Ursache, die richtig gefährlich werden kann: das Rauchen. Die Hormongabe hat nämlich eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes zur Folge. In Kombination mit Nikotin, das zu einer zusätzlichen Gefäßverengung führt, steigt das Risiko eines Herzinfarktes um das 7- bis 9-Fache. Also – Pille und Rauchen verträgt sich nicht! Achtung: Bei einer längeren Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln können Vitamin- und Mikronährstoffverluste auftreten. Am besten, Sie informieren sich bereits vorab über mögliche Risiken bei Ihrer/Ihrem Frauenärztin/arzt oder in Ihrer Rat & Tat Apotheke.
Verhütung ohne HormoneHier bieten sich ebenfalls einige wirksame Möglichkeiten, wie etwa die Kupferspirale. Sie verhindert durch die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut die Einnistung des Eis. Chemische Verhütungsmittel werden z.B. in Tablettenform direkt in die Scheide eingeführt. Dort bilden sie einen festen Schaum, der die Samen - zellen abtötet bzw. ihr Eindringen in die Gebärmutter verhindert. Darüber hinaus gibt es ebenso komplett natürliche Methoden der Empfängnisverhütung, die jedoch ein hohes Maß an Disziplin und einen regelmäßigen Zyklus der betreffenden Frau voraussetzen. Dabei werden durch tägliche Temperaturkontrolle und Hormonmessungen (mehrmals pro Monat über den Urin) möglichst exakt die unfruchtbaren Tage der Frau ermittelt. Und last but not least – das altbewährte Kondom, das in seiner Geschichte eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht hat. Vom Stoffsack, über das Präservativ aus Tierdarm bis hin zum verlässlichen Hightech-Produkt unserer Zeit war es ein weiter Weg. Ob aus Naturkautschuk oder modernstem Kunststoff – diese Hülle ist nach wie vor das einzige Verhütungsmittel, das uns auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.
Die Pille danachSollte, aus welchen Gründen auch immer, etwas mit der Verhütung schiefgegangen sein, besteht bis spätestens 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr die Möglichkeit zu handeln. Am besten, man wendet innerhalb von 12 Stunden die sogenannte „Pille danach“ an. Wichtig: Es handelt sich dabei um keine Abtreibungspille, sondern um ein spezielles Hormonpräparat. Es verzögert bzw. verhindert den Eisprung und wirkt so einer ungewollten Schwangerschaft entgegen.
Unser Tipp: Verhütung auf ReisenDamit die Verhütung auch während des Urlaubs und in fernen Ländern optimal klappt, sollte man einige wichtige Dinge beachten. Hormonelle Verhütungsmittel sind, wie andere Medikamente auch, hitzeempfindlich und sollten keinesfalls über 30 °C gelagert werden. Das Gleiche gilt übrigens ebenso für Kondome, die hohe Temperaturen gar nicht mögen. Auch die Zeitverschiebung stellt bei der hormonellen Verhütung ein Problem dar. Bei der Minipille kann bereits eine Differenz von 3 Stunden ausschlaggebend sein. Um eine sichere Wirkung zu gewährleisten, am besten vor dem Abflug wie gewohnt einnehmen, nach 12 Stunden bereits die nächste und diesen Einnahmezeitpunkt dann beibehalten. Vorsicht bei Erbrechen oder Durchfall auf der Reise und unbedingt die Interaktionen mit anderen Medikamenten beachten, damit Sie mit der „Pille“ auch unterwegs ganz sicher sind! Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker beraten Sie jederzeit gerne umfassend auch in diesem wichtigen Bereich, damit Sie einen richtig sorgenfreien Urlaub genießen können. (rat-tat.at)
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